
Mehr aus dem Dressur-Training herausholen – das wollen wir alle. Und trotzdem höre ich im Stall immer wieder dieselben Sätze: „Der läuft sich ein.“ „Die ist halt ein bisschen zickig.“ „Letzte Woche war’s noch schlimmer, das wird schon wieder.“
Ich verstehe das total. Dann ist man ist frustriert und will es irgendwie einordnen. Nur ehrlich gesagt: In den meisten Fällen geht es gar nicht um den Charakter deines Pferdes. Es geht um einen Körper, der gerade schlicht nicht das liefern kann, was wir von ihm erwarten. 🐴
Ich bin Dressurreiterin – und komme aus der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin. Jahrelang habe ich als Fachkrankenschwester im Swiss Olympic Medical Center in Zürich gearbeitet und menschliche Athleten nach ihren Operationen und Verletzungen begleitet. Irgendwann stellte ich mir eine Frage, die für mich wirklich alles verändert hat: Warum ist es bei Sportlern völlig normal, Beweglichkeit, Regeneration und gezielte Vorbereitung ernst zu nehmen – aber beim Sportler Pferd heißt es dann einfach: „Ach, wird schon“?
In diesem Artikel zeige ich dir, was im Dressur-Training häufig übersehen wird – und was du konkret tun kannst, damit dein Pferd leichter, elastischer und flexibler wird. Nicht mehr trainieren, sondern smarter vorbereiten. 💡
Dein Dressurpferd ist ein Sportler – warum das alles verändert
Eine Ballerina arbeitet täglich an ihrer Beweglichkeit. Ein Schwimmer bekommt nach dem Wettkampf Massage und Regenerationszeit. Ein Tennisspieler bereitet gezielt die Muskelgruppen vor, die er im Match braucht.
Das ist kein Luxus – das ist einfach die Grundvoraussetzung dafür, dass ein Athlet Leistung bringen kann!
Im Swiss Olympic Medical Center war das für mich gelebter Alltag, jeden Tag. 💪
Und weißt du was? Dein Dressurpferd macht im Training exakt dasselbe, was ein menschlicher Athlet macht:
Es trägt Gewicht, arbeitet gegen Widerstand und koordiniert hochkomplexe Bewegungsabläufe. Lektion für Lektion, Training für Training, Turnier für Turnier. Der einzige Unterschied? Bei menschlichen Sportlern ist sportartspezifisches Training eine Selbstverständlichkeit. Beim Pferd wird es noch immer als Zusatzoption behandelt – als nettes Extra, wenn mal Zeit ist.
💡 Dabei ist es eigentlich so simpel: Ein Dressurpferd braucht ein anderes Athletik-Training als ein Springpferd, ein Westernpferd oder ein Voltigierpferd. Jede Disziplin stellt andere Anforderungen an Muskulatur, Beweglichkeit und Koordination.
Wer das ignoriert, trainiert einfach am Bedarf seines Pferdes vorbei und wundert sich dann, warum bestimmte Lektionen partout nicht besser werden.
Was im Dressur-Training oft fehlt – und warum Reiten allein nicht reicht
Stell dir vor, du bittest jemanden, eine komplexe Choreografie zu tanzen – aber seine Hüfte ist steif, seine Schultern sind verspannt und seine Wirbelsäule hat kaum Rotationsspielraum. Er will es, er versucht es mit allem, was er hat, aber sein Körper lässt es schlicht nicht zu. 😅
Genau das passiert, wenn wir von einem Dressurpferd Lektionen verlangen, ohne vorher die körperlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen.
Reiten ist Training – wunderbares, wichtiges Training! Wir alle lieben es 🤩 Aber es ist kein sportartspezifisches Athletik-Training. Das Dressur-Training im Sattel verbessert Takt, Anlehnung, Durchlässigkeit usw.
Was es nicht automatisch tut: gezielt die Muskelgruppen mobilisieren und dehnen, die dein Pferd für Schulterherein, Traversale oder Piaffe wirklich braucht. Das ist kein Vorwurf an irgendjemanden – das ist einfach Physik. 🤷♀️
👉 Was ich in der Sportmedizin gelernt habe und was mich bis heute täglich begleitet: Leistung entsteht nicht nur im Training. Sie entsteht in der Vorbereitung darauf.
Und genau diese Lücke – zwischen dem, was wir im Sattel trainieren, und dem, was der Körper des Pferdes dafür braucht – ist das, was im Dressur-Training am häufigsten übersehen wird.
Dehnen beim Dressurpferd – Wellness oder echter Leistungsfaktor?
„Dehnen ist Wellness.“ „Braucht man nicht wirklich.“ „Mach ich ab und zu mal, wenn Zeit ist.“ 😄 Ich höre das oft – und ich nehme das niemandem übel, denn Dehnen klingt tatsächlich nach Entspannung, nach Spa, nach nice-to-have.
Aber aus sportmedizinischer Sicht? Da sieht die Welt ein bisschen anders aus!
💡 Beweglichkeit ist keine nette Ergänzung zur Leistung – sie ist die Voraussetzung dafür!
Ein Muskel, der nicht den vollen Bewegungsradius des Gelenks zulassen kann, blockiert die Bewegung. Und genau diese Bewegungseinschränkungen sehen wir dann im Sattel: das Pferd, das in einer Richtung steifer ist, die Kruppe, die nicht mitschwingt, die Schulter, die nicht genug Vorgriff zeigt.
Nix „der ist halt so“ oder schlechter Wille. Das ist einfach nur Biomechanik. 🐎
Gezieltes, disziplinspezifisches Dehnen – ausgerichtet auf die konkreten Anforderungen des Dressursports – löst genau diese Muster.
Es schafft den Bewegungsspielraum, den dein Pferd braucht, um Lektionen so auszuführen, wie du sie dir vorstellst. Nicht irgendwann. Sondern Schritt für Schritt, direkt im Stall, ohne großen Aufwand. ✅

So erkennst du, wo dein Dressurpferd im Training limitiert wird
Die gute Nachricht zuerst: Dein Pferd zeigt dir ständig, wo es körperlich limitiert ist. Es kann nur nicht reden – aber es kommuniziert die ganze Zeit! 😊 Man muss nur wissen, worauf man achtet. Ein paar Signale, die ich immer wieder sehe und die leider oft falsch interpretiert werden:
👉 Einseitige Steifheit – das Pferd lässt sich in einer Richtung deutlich schwerer biegen. Wird oft als „ist halt so“abgetan, ist aber meist ein klares Zeichen für muskuläre Dysbalancen.
👉 Lektionen klappen im Training, aber nicht im Turnier – wenn Anspannung und Adrenalin dazukommen, fallen Kompensationsmuster stärker auf. Der Körper greift auf das zurück, was er hat – und wenn die Beweglichkeit fehlt, zeigt sich das genau dann.
👉 Widerstand oder Unlust bei bestimmten Übungen – nicht Sturheit, sondern oft ein klarer Hinweis darauf, dass eine Bewegung schlicht unangenehm ist.
👉 Stagnation trotz regelmäßigem Training – du reitest konsequent, dein Trainer gibt gutes Feedback, aber es geht einfach nicht weiter. Häufig liegt die Antwort nicht im Sattel.
Erkennst du eines oder mehrere dieser Muster bei deinem Pferd? Kein Grund zur Sorge – aber ein klares Signal, genauer hinzuschauen! 🔎
Fazit: Smarter vorbereiten – nicht mehr trainieren
Mehr aus dem Dressur-Training herausholen bedeutet nicht, mehr Stunden im Sattel zu verbringen. Es bedeutet, die körperlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit dein Pferd das, was du im Training verlangst, überhaupt leisten kann.
Das ist keine Raketenwissenschaft – aber es ist ein Umdenken. Vom Reiten als einzigem Tool hin zu einem sportartspezifischen Ansatz, der deinem Dressurpferd wirklich gerecht wird. 💡
Wenn du weißt, wo dein Pferd limitiert ist – und wie du gezielt dort ansetzt – verändert sich etwas. Nicht sofort von heute auf morgen, aber spürbar und nachhaltig. Mehr Losgelassenheit, mehr Schwung, mehr Leichtigkeit. Das leichte, elastische Tanzen, das wir uns alle wünschen. 🐴✨

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Und ja – dahinter steckt ein ganzes System. 😊 In meinem Kurs „Performance Stretches für Dressurpferde“ zeige ich dir mit einem einzigartigen Filtersystem ganz konkrete Dehnungen für 58 verschiedene Rittigkeitsprobleme – also für genau die Situationen, die du aus deinem Stallalltag kennst. (und noch ganz viele andere tolle Dinge, Spickzettel, Audioguides zu jeder Übung… ach ich liebe diesen Kurs einfach 🥰🐴)
Aber fangen wir erstmal mit dem Anfang an. 👇
Dein Pferd hat alles, was es braucht – manchmal braucht es einfach nur die richtige Vorbereitung, um es zu zeigen. 🐴❤️